Aus den aktuellen Pressemitteilungen von Agrarminister Peter Hauk (CDU) und einer Antworten einer Landtagsanfrage von Herrn Dr. Bullinger (FPD) (Kleine Anfrage 15/7953) erscheinen die Pläne zur Felchenerzeugung in Aquakultur am oder auch im Bodensee schon recht konkret.

Felchenzucht in Aquakultur ist grundsätzlich nicht schlecht

Grundsätzlich unterstützen die Angelfischer eine Felchenerzeugung in Aquakultur, solange sie in geschlossenen Anlagen außerhalb des Bodensees, als Durchlaufanlage in Ufernähe, oder als Kreislaufanalage im Hinterland erfolgt.

Aquakultur könnte den kommerziellen Fangdruck auf die Wildbestände entschärfen, sofern das Fischereimanagement im Bodensee entsprechend angepasst wird. Damit wäre zumindest eine stabile Versorgung der Nachfrage aus Gastronomie und Handel unabhängig von den Wildfängen aus dem Bodensee und dem Import aus fernen Ländern möglich. Die Qualität von Zuchtfelchen ist in Blindverkostungen als sehr gut, oder sogar besser im Vergleich zu Wildfängen nachgewiesen worden.

Das könnte auch ein Fenster öffnen, die fischereiliche Bewirtschaftung im Bodensee in der Zukunft etwas defensiver zu gestalten. Es werden derzeit immer noch jedes Jahr 95-97% der fangfähigen Blaufelchen im Bodensee abgeschöpft, das ist aus Sicht der Angelfischer langfristig zu viel. Es gibt bis heute keine schlüssigen Antworten, wie man auf Dauer einer möglichen Selektion auf Kleinwüchsigkeit durch die Befischung mit festgelegten Maschenweiten begegnen will.

Felchenerzeugung in Netzgehegen im Bodensee?

Einer Felchenzucht in Netzgehegen im Bodensee stehen die Angelfischer mehrheitlich kritisch gegenüber. Solche Anlagen gehen meist mit erheblichen punktuellen Nährstoffeinträgen einher (Futter und Ausscheidungen). Die Fischereiforschungstellle (FFS) Langenargen hält dagegen, dass durch entsprechende Filteranlagen für den Bodensee verträgliche Nährstoffeinträge zu erwarten wären. Das Bhentos-Klima (Kleinstlebewesen) unter den Netzgehegen wird erfahrungsgemäß stark beeinträchtigt. Das kann unterschiedlichste Auswirkungen haben, deren Folgen schwer abschätzbar sind. Ggf. müssten die Netzgehege in bestimmten Zeitabständen umgesetzt werden.

Raumnutzung im Bodensee

Dazu stellen solche Anlagen je nach Ausdehnung eine zusätzliche Raumnutzung im Bodensee dar. In der Nähe der Anlagen könnte man wohl nicht mehr angeln und müsste auch Vorsichtsmaßnahmen für Wassersportler aller Art treffen. Den notwendigen Einsatz von Impfungen (zumal diese in Deutschland bisher nicht zugelassen sind) sehen die Angelfischer kritisch. Während geimpfte Zuchtfelchen gegen Krankheisterreger aus der Intensivhaltung resistent sind, wären die Wildfische diesen schutzlos ausgeliefert. Nach Aussage der FFS  kommt die Felchenerzugung in Aquakultur ohne den (geplanten) Einsatz von Medikamenten aus, aber es stellt sich die Frage was geschieht, wenn eine unerwartete Krankheit in den Gehegen mit Intensivhaltung auftritt. Es ist kaum vorstellbar, dass man dann die gesamten Bestände einfach so eingehen lassen würde.

Ausbruch von domestizierten Fischen

Eine Gefahr auf lange Sicht könnte auch der ungewollte Ausbruch langjährig domestizierter und geimpfter Zuchtfische im Bodensee sein (z.B. durch Unwetter oder sonstigen ungeplanten Schäden an den Netzgehegen), welcher einen nicht geklärten und unumkehrbaren Einfluss auf die Wildbestände hätte.

Zusätzliche Intensivnutzung in der kulturregion Bodensee?

Die Bodenseeregion ist in den Sommermonaten ein Anziehungspunkt für Touristen aus aller Welt, der sozial-ökologische Ertrag des Gewässers ist für 60.000 Bootssportler, 13.000 Angelfischer und sonstige Freizeitsportler auch ausserhalb der Saison ein nicht zu unterschätzendes Stück Lebensqualität, dazu dient der Bodensee als Trinkwasserspeicher für fast 5 Millionen Menschen im Einzugsgebiet von drei Ländern.

Es stellt sich die Frage nach dem Sinn und Zweck einer zusätzlichen Nutzung der Ressource Bodensee für die Felchenerzeugung in Netzgehegen? Zumal der Bedarf für Felchen am Bodensee für Gastronomie und Handel in der Vergangenheit auch über externe Bezugsquellen gedeckt werden konnte.

Es gibt zahlreiche Regionen in der Welt mit fast unbegrenzten Wasserflächen und nahezu keiner Freizeitnutzung in denen erfolgreich Felchenzucht in Aquakultur betrieben wird. Dazu konnte der Felchenbedarf am Bodensee in den letzten Jahren oft aus naheliegenden Gewässern aus der Alpenregion gedeckt werden. Der Transport von Zuchtfelchen aus mehr oder minder entfernten Regionen sollte in Bezug auf eine Klimabilanz gegenüber einer Erzeugung vor Ort abgewogen werden.

Im Hinblick auf die ungeklärten langfristigen Einflüsse einer Felchenerzeugung in Netzgehegen für das Ökosystem Bodensee stehen viele Angelfischer dieser Form der Aquakultur kritisch gegenüber.

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